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Author: Silvia Pixner und Korbinian Moeller

Erscheinungsdatum: Juni 2013

Bibliographisch Daten: 172 Seiten

ISBN: 978-3-944291-00-0

Lernstörungen

In unserer modernen Leistungsgesellschaft leben Menschen, die je den Tag aufs Neue damit konfrontiert werden, dass sie dem allgegenwärtigen Leistungsanspruch nur unzureichend oder gar nicht genügen. Die Rede ist von Kindern, aber auch Erwachsenen mit einer Lernstörung. Die bekanntesten Lernstörungen treten vor allem im Bereich des Lesens und Rechtschreibens als sogenannte Lese-Rechtschreibstörung (auch Legasthenie oder, wenn spezifisch für das Lesen, Dyslexie genannt) und im Bereich des Rechnens als sogenannte Rechenstörung oder Dyskalkulie auf. Die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet geht davon aus, dass circa 3 – 7% der Bevölkerung eine derartige Lernstörung aufweisen[1, 2]. Wichtig ist im Kontext von Lernstörungen, dass sich die jeweiligen Defizite nicht durch einen Mangel an Intelligenz erklären lassen, d.h. die Betroffenen sind durchschnittlich bis überdurchschnittlich intelligent. Den noch sind die Auswirkungen ihrer Lernstörung auf ihre (Schul)Ausbildung und ihren weiteren Lebensverlauf meist erheblich. Vor allem Kinder mit Lernstörungen leiden unter dem enormen Druck unserer Leistungsgesellschaft, in der ständiges Vergleichen und das Streben, immer der/die Bessere zu sein bereits in der Grundschule zum Alltag gehört. Im Kampf um den Übertritt an die angeblich beste Schule (in Deutschland meist das Gymnasium) ist eben kein Platz für Teilleistungsdefizite.

Der (Schul)Alltag wird für solche Kinder zunehmend zur Herausforderung und ist in der Folge oft kaum noch zu bewältigen. Nichtselten fehlt auch die Unterstützung der Umwelt. Einer der Gründe dafür ist, dass eine solche Lernstörung selten alleine kommt. Im Folgenden wollen wir kurz der Frage nachgehen, welcher Art die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Lern- aber auch Lern- und Verhaltensstörungen sein können. Handelt es sich 1.) schlicht um ein über zufälliges gemeinsames Auftreten und damit um sogenannte Komorbiditäten? Oder 2.) bedingen sich verschiedene Lern- und Verhaltensstörungen gegebenenfalls gegenseitig in ihrem Auftreten? Und wenn ja, bedingt eine vorhandene Lernstörung das Auftreten einer zusätzlichen Verhaltensstörung (2a) oder eine vorhandene Verhaltensstörung die Entwicklung einer zusätzlichen Lernstörung (2b)?


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